Vektorgrafik

Einer der größten Nachteile von Bitmap-Grafiken ist die beschränkte Skalierung. Man kann kein Bitmap unendlich vergrößern, da sonst die einzelnen Pixel zu erkennen sind. Das ist bei hoch aufgelösten Bilder meist kein Problem. Wenn man aber alle Bilder so groß wie möglich speichern würde, wäre so mancher Web-Auftritt unerträglich langsam und das selbst mit sehr schnellen Verbindungen. Das liegt daran, das große Bilder auch viel Speicherplatz benötigen und so speichert man die Bilder nur so groß wie es absolut nötig.

Hier kommt die Vektorgrafik ins Spiel. Wie der Name schon sagt, werden hier die Daten als Vektoren gespeichert. Es verbraucht wesentlich weniger Speicher zu beschreiben an welcher Koordinate eine Linie anfängt und an welcher Koordinate sie wieder aufhört. Da die Dateigröße aber abhängig vom Detailgrad des Bildes ist, kann es aber leicht in die selbe Größenordnung kommen wie ein großes Bitmap. 

 

Der andere große Vorteil ist die gestochen scharfe Darstellung von Vektorgrafik. Gerade bei Text will man klare Kanten haben und so wird im Druck auch meist eine Kombination aus Bitmap und Vektorgrafik gebraucht. Im Beispiel einer Produktvisualisierung würde man das Produkt als Bitmap (z.B. ein Foto oder ein Rendering) benötigen, während man den Werbetext als Vektorgrafik braucht. Dafür hat sich das Adobe PDF-Format durchgesetzt, da es beides perfekt vereint.

Da viele Vektorgrafik-Programme aber ihre eigenen Funktionen besitzen, sind die Formate untereinander nur bedingt kompatibel. So ist es problematisch sich auf ein Standard zu einigen. Der Adobe Illustrator hat sich mit seinem Format (.ai) quasi durchgesetzt. Aber da ich den Affinity Designer bevorzuge, kann ich mit Adobe Illustrator nicht viel anfangen aber das ist eigentlich durch das PDF-Format auch zu verkraften, denn keine Druckerei hat bisher AI verlangt. 

Mit den Jahren habe ich schon mit viel Programmen gearbeitet und jedes hat seine Vorteile und Nachteile. Mein Favorit ist der Affinity Designer von Serif. Das Hauptargument ist der niedrige Preis (einmalig nur 50€) und das professionelle Arbeiten. Der Affinity Designer ist noch recht neu auf dem Markt und für Windows gerade erst veröffentlicht worden. Deshalb fehlen noch einige Funktionen wie Programmierschnittstelle. Ich hoffe aber das es bald nachgerüstet wird und Adobe eine echte Konkurrenz bekommt, was nicht heißt das es nicht schon jetzt absolut mit dem Adobe Illustrator mithalten kann.

An dieser Stelle möchte ich auch auf Affinity Photo verweisen. Dieses Programm kann jetzt schon in der Version 1.5 mit Adobe Photoshop konkurrieren und es fehlen nur sehr wenige Funktionen um es für mich komplett ersetzbar zu machen. In Kombination mit der kostenlosen Nik Collection von Google, sollten zumindest Photografen der Affinity Photo mehr als ausreichen. Wenn man dann noch bedenkt das es zum heutigen Tag nur 50€ (einmalig) kostet, fragt sich zurecht wofür man sich das Abo-Modell von Adobe gefallen lassen sollte. Bleibt nur zu hoffen, das der riese Adobe nicht das kleinen Serif schluckt und somit seine Marktposition sichert. Wundern würde es mich allerdings nicht...