SIO2SD

Auch für meinen kleinen Atari gibt es eine moderne SD-Lösung die das Floppy-Laufwerk ersetzt und die gesamte Software auf einer einzigen SD-Karte unterbringen kann. Hier werden Disketten-Images ( Abbilder realer Disketten in eine Datei ) mit einem PC auf die SD-Karte kopiert und über fünf Taster virtuell eingelegt. Das ganze überwacht man auf einem beleuchteten Display, worauf angezeigt wird welches Disketten-Image gerade eingelegt ist und welcher Sektor gerade gelesen wird. Drei LEDs zeigt den Status der SD-Karte (aktiv/inaktiv - lesen/schreiben) und den Status der virtuellen Diskette (lesen/schreiben) an. Man kann vier Laufwerke simulieren und natürlich lässt sich in jedes simulierte Laufwerk ein anderes Disketten-Image einlegen.

Die Hardware kam als Bausatz und musste ersteinmal zusammengebaut werden. Das war einfacher als ich dachte und funktionierte ohne großen Probleme. Natürchlich sollte man schonmal einen Lötkolben in der Hand gehabt haben und ein Multimeter zum testen der Leitungen ist auch sinnvoll. Da auch sehr kleine Teile beiligen, sollte der Lötkolben auch keine zu große Spitze haben. 

Um das ganze auch schön zu verpacken und natürlich auch zu schützen, hab ich mir ein Gehäuse, Taster und LEDs bei Reichelt bestellt. Glücklicherweise gibt es das Gehäuse in einem Grauton der dem Atari XE-Gehäuse sehr nahe kommt und somit optisch sehr gut passte. Mit einem Dremel und Akkubohrer bewaffnet habe ich dann die Form für das Display ausgeschnitten, Löcher für die Taster gebohrt und damit man die SD-Karte einstecken kann, einige Rippen auf der Rückseite entfernt. Mit einigen Kabeln habe ich dann das Display und die Taster mit der Platine verlötet. Jetzt galt es nur noch das SIO-Kabel mit der Platine zu verbinden. SIO-Kabel sind mittlerweile rar geworden und ich hatte zum Glück vor Jahren beim ABBUC fünf solcher SIO-Kabel gekauf. Deshalb hatte ich kein Problem damit eins dieser Kabel zu zerschneiden und es mit dem im Lieferumfang enthaltenen Stecker zu verlöten.

Für Atari-User die schonmal einen 8-Bit-Atari mit Floppy genutzt haben fällt sofort auf das die Ladegeräusche durchgehen sind. Bei einer Atari-Floppy wird das Ladegeräusch nach einer Reihe geladenen Sektoren durch eine kleine Pause unterbrochen. Das liegt an dem 'Spurwechsel' des Lesekopfes, den es bei dem SIO2SD natürlich nicht gibt und daher einfach durchlaufen kann. Die Ladegeschwindigkeit ist dadurch noch etwas schneller als bei einer echten Floppy, aber die Floppy der 8-Bitter von Atari war ja nie wirklich langsam ( verglichen mit der Commodore 1541 ).

Aus irgendeinem Grund mag ich dieses SD-Laufwerk von allen die ich verbaut habe ( SD2IEC EVO², HxC Floppy-Emulator ) am meisten. Vielleicht weil ich es selbst zusammenlöten musste und auch alles auf anhieb bis heute funktionierte. Ich finde für alle Atari-User der heutigen Zeit ein muss. Ich denke aber das die meisten schon von selbst drauf gekommen sind :).