Lotharek HxC Floppy-Emulator

Leider sind Disketten nicht für die Ewigkeit entwickelt worden und besonders 3,5"-Disketten die ein Amiga für seine internen Laufwerke braucht, halten scheinbar weniger aus als 5,25"-Disketten mit denen man z.B. eine Commodore 1541 oder ein Atari 1050 fütterte. Denn über die Jahre habe ich bei den 5,25"-Disketten meines Commodore 64 so gut wie keine Verluste zu beklagen gehabt, während meine 3,5"-Disketten regelmäßig den Geist aufgegeben haben. Um dieses Problem zu umgehen, bietet Lotharek auf seiner Website den HxC-Floppy-Emulator, ein Ersatz für das interne 3,5"-Laufwerk an, der es ermöglicht SD-Karten mit wesentlich mehr Speicherplatz und höheren Zuverlässigkeit zu nutzen. Auf einer 8GB-SD-Karte sollte Platz genug sein um alle seine Lieblingsspiele und Applikationen unterzubringen. Dabei werden sogenannte Image-Files ( Abbilder von Disketten als Datei ) über einem PC auf die SD-Karte kopiert und wunschweise über einen Loader ( wird von SD-Karte automatisch gebootet ) oder gesteuert über drei Knöpfe auf dem HxC-Laufwerk virtuell 'eingelegt'. Das HxC kann unter anderem das Format HFE lesen aber die gängigen Image-Formate ( ADF, ADZ usw.) müssen konvertiert werden da diese nicht direkt unterstützt werden. Dafür bietet Lotharek auf seiner Website ein kostenloses Tool zum Download an, das diese Konvertierungen schnell und einfach erledigt. Über ein beleuchtetes LCD-Display kann man das Disk-Image aussuchen und den Ladestatus überwachen. Ein kleiner Piezo-Lautsprecher auf der Platine des HxC kann auf Wunsch die Geräusche des Schrittmotors simulieren, was ich für ein nettes Feature halte.

Man kann sich das Laufwerk mit verschiedenfarbigen Displays bestellen und zur Auswahl stehen schwarz, weiß, rot und blau. Ich habe mich für die blaue Variante entschieden, da mein SIO2SD für meinen Atari 800XE auch ein blaues Display hat und ich es einheitlich mag :). Auf der Platine des HxC befinden sich drei Taster mit denem man auf der SD-Karte navigieren, Disketten-Images einlegen und auswerfen kann. Das aussuchen der Disketten-Images läuft meiner Meinung nach nicht so flüssig wie erhofft. Da das Display etwas träge reagiert, kann man leider nicht schnell 'durchklicken' und es erfordert manchmal etwas geduld die richtigen Dateien zu finden. Trotzdem ist das HxC eine wesendliche Erleichterung und wer es wie ich aufgeräumt auf dem Schreibtisch mag, ist es ein echter Segen.

Da ich das interne Laufwerk nicht aus meinem Amiga 500+ ausbauen wollte und ihn so gut wie möglich im Originalzustand behalten will, habe ich mir günstig auf einem Retro-Treffen ein externes Laufwerk gekauft und das HxC-Laufwerk an das Gehäuse angeschlossen ( so hatte ich sogar ein Ersatzlaufwerk übrig ). Damit auch keine Probleme beim Booten entstehen, habe ich noch ein Schalter eingebaut, der wahlweise von dem internen, also dem realen Laufwerk oder dem externen, virtuellen HxC-Laufwerk bootet. Das Umschalten der Bootlaufwerke ist auch ab Kickstart 2.x Softwareseitig möglich. Dazu muss man beim Kaltstart oder Reset beide Maustasten gedrückt halten und konnte im 'early Setup' das Bootlaufwerk auswählen. Das funktionierte aber nicht immer gut, da Spiele oft direkt auf die Hardware zugriffen und nicht die eigenen System-Routinen des KickROMs nutzen. Das ist auch der Grund warum es oft Inkompatibilitäten zwischen den Kickstart-ROMs gab. Für Spiele fand ich persönlich Kickstart 1.3 am kompatibelsten und habe meinen Amiga 500+, der ursprünglich Kickstart 2.x hatte auf Kickstart 1.3 umgebaut. Da ich keine Festplatte einbauen möchte, hat das auch keine größeren Nachteile und man hat das klassische blau/weiß/orange-Design des Ur-Amiga, was ab Kickstart 2.x in ein Grau geändert wurde. Optisch war das Grau zwar schöner, aber ist meiner Meinung nach ( etwas ) weniger Retro :).

Ich bin mit dieser SD-Lösung sehr zufrieden und das HxC-Laufwerk funktionierte bisher tadellos. Die Disketten-Images die man für die SD-Karte braucht, kann man sich entweder selbst erstellen oder auch aus dem Internet herunterladen. Bei Downloaden aus dem Internet sind oft eventuelle Rechte Dritter zu beachten. Dieses SD-Laufwerk funktioniert unter anderem auch an einem Atari ST oder dem PCs und kann den HxC-Floppy-Emulator ohne Einschränkung empfehlen.